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Die Geschichte des Hauses Karpfen

Bis in die verwegene Zeit des dreißigjährigen Krieges reicht die Familiengeschichte der Deckelmann aus dem "Karpfen" zurück. Die Großfamilie Deckelmann kam während des spanischen Erbfolgekrieges mit mächtigen Schiffen aus dem heutigen Flandern an den Main. Nach einer kurzen Rast in Mainz siedelten sie sich in Obernburg am Main an. Sie müssen sehr gut betucht gewesen sein, denn schon bald betätigten sie sich als angesehene Schiffer, Holzhändler, Gastwirte und Brauer.

Ein Bierbrauer war es auch, der die stolze Tradition der Familie des "KARPFENS" begründet. Johann Wilhelm Deckelmann kaufte im November des Jahres 1829 von einem gewissen Jakob Schad das Wirtshaus "Zum Karpfen" und die dazugehörige Brauerei. Man schrieb das Jahr 1850, als der Sohn Rudolf Deckelmann mit seiner Frau Katharina, geb. Lieb aus Mömlingen, den Betrieb. Das Jahr 1887 entpuppte sich als Schicksalsjahr für die Familie. Die Brauerei brannte nieder, sie wurde nicht mehr aufgebaut, da der Wirt in Folge einer Lungenentzündung mit nur 35 Jahren starb. Seine Frau führte den Betrieb weiter und zog auch die Kinder auf. Im Jahr 1897 baute sie sogar eine Garten wirtschaft auf, der auch eine Kegelbau angegliedert war, dazu ein Saalgeschäft sowie auf dem Gelände der abgebrannten Brauerei eine Scheune.

1909 war es der Sohn Georg Deckelmann, er hatte das Metzgerhandwerk gelernt, der mit seiner Frau Katharina, geb. Ball, die Wirtstradition im "Karpfen" fortsetzte. Sie bauten aus dem ehemaligen Leinreiterstall ein Nebenzimmer, das von nun an den Turnern, Handballern und anderen Sportler mit als Vereinslokal diente. Georg Deckelmann starb überraschend 1938 im Alter von 58 Jahren. Und wieder war es die Ehefrau, die die Zügel in die Hand nahm und den Betrieb in den wirren des Zweiten Weltkrieges weiterführte.

Im Jahre 1948 übernahm Sohn Rudolf Deckelmann zusammen mit seiner Frau Ilse, geb. Katzer den Betrieb von seiner Mutter. Er ist gelernter Metzger, seine Ehefrau Köchin. 1950 wurde das Lokal der Entwicklung angepasst, die Küche erweitert und ein Kühlhaus angebaut. 1962 wurde das Richtung Main gelegene Haus umgebaut und mit 12 Gästezimmer mit fließend kalten und warmen Wasser sowie mit vier Garagen ausgestattet. 1970 wichen die Garagen einem Neubau mit modernen Komfortzimmern.

Acht Jahre später bauten die Deckelmanns das inzwischen erworbene Nachbarhaus um. Im inneren sollte eine moderne Speisegaststätte entstehen. Doch schon beim ersten Bauabschnitt erkannte man, dass die etwa 400 Jahre alten Eichenbalken so gut erhalten waren, dass ihre Entfernung zu schade gewesen wäre. Man beließ sie und integrierte sie in die neuen Räumlichkeiten. Dadurch entstand eine gemütliche, wohnliche Atmosphäre mit heimeligen Nischen, in denen sich die Gäste sehr wohl fühlen.

 

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